Mein Mann und ich waren mit der Hausarbeit beschäftigt, während unser vierjähriger Sohn, der eine schwere motorische Behinderung hat, mit unserer Hündin Tara, einem Dobermann, im Garten war. Zuerst schienen sie Spaß zu haben, doch dann unterbrach ein plötzliches und erschreckendes Bellen alles.
Wir rannten nach draußen und befürchteten das Schlimmste. Doch der Anblick vor uns schockierte uns völlig …
Unser Sohn kam mit einer neuromuskulären Erkrankung zur Welt, die ihn am Gehen hinderte. Die Ärzte machten uns wenig Hoffnung, aber wir klammerten uns an jede Möglichkeit. Jeden Tag sahen wir ihn im Haus herumkrabbeln und vom Fenster aus die anderen Kinder beim Spielen beobachten, seine Augen voller Sehnsucht.
Er hatte keine Freunde. Seine Altersgenossen verstanden seinen Zustand nicht, und wir Eltern konnten diese Leere nicht füllen. Also beschlossen wir, einen Hund anzuschaffen, in der Hoffnung, dass er ihm wenigstens ein treuer Begleiter sein könnte.
Wir haben Tara aus dem Tierheim adoptiert. Anfangs war sie sehr misstrauisch, besonders gegenüber unserem Sohn. Wir dachten, wir hätten einen Fehler gemacht. Doch nach und nach änderte sich etwas. Tara begann, auf ihn zuzugehen, sich neben ihn zu legen, sich von ihm streicheln zu lassen und ihm sein Spielzeug zu bringen. Eine echte Freundschaft war geboren.
Es war eine unbeschreibliche Freude, unseren Sohn wegen ihr lachen und lächeln zu sehen. Wir begannen, Tara so sehr zu vertrauen, dass wir sie allein im Garten ließen, während wir andere Dinge im Haus erledigten.
Dann passierte es. An diesem Tag hörten wir ein sehr lautes, dringendes Bellen.
Wir rannten hinaus und sahen, was uns zu Tränen rührte: Unser Sohn stand. Er hielt sich mit den Händen am Rollstuhl fest, seine Beine zitterten, aber … er stand tatsächlich. Tara, neben ihm, bellte, als wollte sie uns rufen, als wollte sie sagen: „Seht! Seht, was er geschafft hat!“
Ich fing an zu weinen. Wir rannten näher. In seinen Augen lag etwas Neues: Vertrauen, Mut, Stärke.
Das war ein Moment, den wir nie vergessen werden. Ein kleines großes Wunder.


