Sie wollten Viktor Orbán töten. Sie versuchten, eine rote Perücke aufzusetzen und sich als Taxifahrer zu verkleiden.

Im Fall der beiden Männer, die im November 2015 von der Polizei festgenommen wurden, ist das erstinstanzliche Urteil gefallen. Péter M. aus Gödöllő, heute 62, und Gyula R. aus Budapest, 60 , wurden auf frischer Tat in ihrem Auto ertappt, wo zwei Maschinengewehre, Dutzende Schuss Munition und ein Schalldämpfer gefunden wurden.

Abgehörte Gespräche, Drohnachrichten

Die Behörden hatten die Männer monatelang überwacht, und ihre Telefongespräche hatten große Besorgnis ausgelöst. Einmal sagten sie beispielsweise: „Wir müssen die derzeitigen Führer davon überzeugen, ihre Macht aufzugeben. Das könnte natürlich auch mit einem Bleistück auf den Kopf geschehen.“

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Die Bedrohung schien so ernst, dass einmal sogar der Premierminister aus der Schule evakuiert wurde, in der er eine Rede hielt.

Rentner mit niedrigem Einkommen auf der Anklagebank

Vor dem Stadtgericht erschienen jedoch keine entschlossenen Schützen, sondern zwei gebrochene Rentner. Péter M. wurde auf einer Spur eingeliefert und wird der Vorbereitung eines Mordes beschuldigt. Gyula R. verteidigt sich auf freiem Fuß und bemühte sich auf spektakuläre Weise, seinem Begleiter aus dem Weg zu gehen.

Es stellte sich heraus, dass ihnen nicht vorgeworfen wurde, versucht zu haben, den Premierminister zu ermorden. Den Behörden zufolge planten sie jedoch als Mitglieder der radikalen Gruppe „ Ungarische Nationalarmee“ auch andere Aktionen.

Das Ziel ist der Mann aus Gödöllő

Der Anklage zufolge beschlossen sie 2015, einen Roma aus Gödöllő aus Geldgründen zu ermorden. Sie besorgten sich eine große Anzahl deaktivierter Waffen aus der Slowakei, die Gyula R. mithilfe seiner Maschinenbaukenntnisse wieder aufrüstete.

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Ihr Plan war minutiös: Sie kartierten das Haus, kauften Verkleidungen (rote Perücke, blauer Regenmantel) und besorgten sich sogar ein gefälschtes Taxikennzeichen. Péter M. erklärte, er würde jeden darin erschießen und das Gebäude nach dem Mord in Brand stecken.

Vergebliche Planung

Die sorgfältig geplante Operation wurde nie verwirklicht. Und nicht nur das, auch die nächsten beiden Pläne scheiterten. Peters Motivation war, wie er selbst zugab, „in die Nachrichten zu kommen“.

Einmal stiegen sie in Budapest in eine Straßenbahn und imitierten mit ihren Fingern Schüsse – sie versuchten, das Attentat zu „üben“. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie ihre Jobs längst verloren, aber sie hatten mehr Zeit.

Das Ende der Freundschaft

Als sie begannen, einen Plan für eine weitere Aktion auszuarbeiten, hatte R. Gyula genug von der Situation und stellte sich der Polizei. Damit trennten sich die Wege der Männer endgültig, und ihre Freundschaft endete.

Vor Gericht bat Gyula ausdrücklich darum, nicht neben Péter sitzen zu dürfen. Der Richter zitierte auch seine frühere Aussage: „Ich bedauere es wirklich, ich würde es gerne zurücknehmen, aber das ist nicht mehr möglich.“

Das Urteil

Das Budapester Stadtgericht hat nun das erstinstanzliche Urteil gefällt und die Angeklagten des Waffenmissbrauchs und der Vorbereitung eines Mordes für schuldig befunden. Die genaue Höhe des Strafmaßes wird nach dem endgültigen Urteil endgültig feststehen.