Der Raum war still.
Nur das leise Zischen des Beatmungsgeräts war zu hören, das das Leben von Dr. Richard Hale aufrechterhielt.
Um sein Bett standen vier Krankenschwestern – alle in identischen weißen Uniformen, schweigend, ernst … und alle sichtbar schwanger.
Emma, Clara, Sophie und Laura gehörten zu den besten ihres Fachs.
Zwei Jahre lang hatten sie an der Seite von Dr. Hale in einem geheimen Forschungsprojekt gearbeitet, das von anonymen Geldgebern finanziert wurde.
Das Projekt trug den Namen „Genesis“.
Offiziell sollte es eine revolutionäre Methode zur Heilung von Unfruchtbarkeit entwickeln – ohne Spender, ohne künstliche Befruchtung.
Doch den wahren Zweck kannte nur Richard Hale.
Als er eines Tages nach einer mysteriösen Explosion im Labor ins Koma fiel, änderte sich alles.
Einige Wochen später stellten alle vier Krankenschwestern fest, dass sie schwanger waren.
Keiner konnte es erklären.
Keine von ihnen hatte je eine intime Beziehung zu Dr. Hale gehabt.
Und doch zeigten die DNA-Tests dasselbe Ergebnis:
Der Vater aller vier Kinder war Richard Hale.
— Das ist unmöglich — flüsterte Emma, während sie auf den reglosen Arzt blickte.
— Er hat uns etwas angetan — sagte Sophie leise und legte die Hand auf ihren Bauch. — Er hat gesagt, wir würden Teil der Geschichte werden. Ich wusste nur nicht, was er damit meinte.
Unter den teilweise verbrannten Laborunterlagen fand man einen Restbericht:
„Genesis Protocol – Phase IV: Autonomer Zelltransfer durch genetische Resonanz. Testpersonen: Emma, Clara, Sophie, Laura. Status: Erfolgreich.“
Das bedeutete, dass Hale eine neue Form biologischer Übertragung getestet hatte – ohne physischen Kontakt.
Er glaubte, dass menschliche Zellen durch elektromagnetische Schwingungen übertragen werden könnten.
Um seine Theorie zu beweisen, hatte er seine loyalsten Mitarbeiterinnen ausgewählt.
Jetzt standen sie an seinem Bett.
Richards Augen waren geschlossen, doch sein Gesicht wirkte friedlich, fast gelassen.
Plötzlich zuckte seine Hand leicht, und die Linien auf dem Monitor begannen sich zu beschleunigen.

— Er spürt etwas — flüsterte Laura.
— Unmöglich… — hauchte Clara.
Im selben Moment spürten alle vier Frauen dasselbe.
Ihre ungeborenen Kinder bewegten sich gleichzeitig – als würden sie auf einen gemeinsamen Herzschlag reagieren.
Emma beugte sich vor und nahm Richards Hand.
— Wir sind dein Werk… und sie auch — sagte sie mit bebender Stimme und Tränen in den Augen.
Die Lichter im Raum flackerten, und auf dem Monitor erschien eine neue Meldung:
„GENESIS: AKTIV“
Der Laborcomputer startete von selbst.
Eine Stimme ertönte aus dem Lautsprecher – Richards Stimme:
„Wenn ihr das hört, bedeutet es, dass das Experiment gelungen ist.
Ich lebe durch sie weiter.
Sie sind meine Fortsetzung.
Sie – und das, was sie in sich tragen…“
Ein seltsames Licht erfüllte den Raum.
Die Frauen erstarrten.
Niemand wusste, ob dies ein Wunder war, ein Sieg der Wissenschaft – oder der Anfang eines neuen Albtraums für die Menschheit.