Die Frau rief durch eine Kommode einen Klempner – ihr Waschbecken tropfte. Ein gepflegter und selbstsicherer Mann mittleren Alters kam schnell, behob das Problem und ging, nachdem er bezahlt hatte. Alles schien völlig normal, und die Haushälterin schöpfte keinen Verdacht.
Doch ein paar Tage später, beim Putzen des Badezimmers, entdeckte sie ein winziges Loch in der Wand. Zuerst dachte sie, es sei nur ein Riss oder eine kleine Absplitterung. Bei genauerem Hinsehen bemerkte sie, dass das Loch zu glatt war – als wäre es mit einem Spezialwerkzeug gemacht worden. Und vor allem: Das Loch war vorher definitiv nicht da gewesen.

Der Gedanke, dass jemand absichtlich Spuren an ihrem Haus hinterlassen hatte, nagte an ihr. Sie dachte an den Klempner, den einzigen Fremden, der kürzlich im Badezimmer gewesen war. Die Angst schlug in Panik um: Wozu konnte dieses Loch dienen?
Die Frau schlief mehrere Nächte kaum, kontrollierte immer wieder das Badezimmer und fühlte sich ständig beobachtet. Mehrmals verdeckte sie die Wand mit einem Handtuch, um das Loch nicht sehen zu müssen. Doch die Sorge ließ nicht nach.
Schließlich wandte sie sich an die Polizei. Anfangs stieß sie auf Skepsis, doch als Experten die Wand untersuchten, stellte sich heraus, dass die Öffnung kein Zufall war.
Die Experten untersuchten die Wand sorgfältig und fanden darin eine winzige Kamera. Das Gerät übertrug sein Signal per WLAN an einen externen Empfänger.

Die Ermittlungen ergaben, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelte. Es gab eine Gruppe, die über gefälschte Agenturen „Techniker“ an alleinstehende Frauen vermittelte.
Diese installierten Minikameras in Badezimmern und Schlafzimmern, und anschließend erhielten die Opfer Briefe oder Anrufe mit Drohungen: „Zahlt – oder eure intimen Aufnahmen landen im Internet.“
Die Frau wäre beinahe in Ohnmacht gefallen, als die Polizei ihr die Ausdrucke der in ihrer Wohnung aufgenommenen Bilder zeigte. Jemand hatte sie die ganze Zeit heimlich verfolgt.
Zum Glück gelang es der Polizei, die Bande aufzuspüren und zu verhaften, und die Frau wurde zu einer der Hauptzeuginnen in dem Fall. Doch nach allem, was sie durchgemacht hatte, war das Badezimmer – einst ein sicherer und vertrauter Ort – für sie nie wieder dasselbe.