Der Morgen begann wie jeder andere.
Daniel Hartwell stieg aus einer glänzenden schwarzen Limousine, während die Stadt um ihn herum bereits pulsierte. Er richtete die Manschette seines perfekt sitzenden Anzugs, während sein Assistent hastig neben ihm herging und den Tagesplan aufzählte.
„Vorstandssitzung um zehn. Mittagessen mit den Investoren aus Chicago. Und um drei ein Anruf wegen der Wohltätigkeitsgala.“
Daniel nickte leicht, seine Gedanken waren woanders.
Mit sechsunddreißig hatte er alles, wonach Menschen ihr ganzes Leben lang streben – Erfolg, Einfluss, ein florierendes Technologieimperium, das er aus dem Nichts aufgebaut hatte. Sein Name füllte Wirtschaftsmagazine. Sein Penthouse ragte in den Himmel.
Doch nichts davon war ohne einen Preis gekommen.

Es gab Teile seines Lebens, die er gelernt hatte, nicht wieder aufzugreifen.
Vor allem sie.
Oder zumindest sagte er sich das.
Er war nur noch wenige Schritte von den Glastüren seines Büros entfernt, als ihn eine leise Stimme erreichte.
„Bitte… jede Hilfe zählt.“

Sie war nicht laut. Sie war nicht verzweifelt.
Doch sie ließ ihn stehen bleiben.
Daniel drehte sich um.
Auf der anderen Straßenseite, am Rand des Gehwegs sitzend, war eine Frau mit einem kleinen, abgenutzten Pappschild